Schweizer ss-Regel in der KI-Regulierung: Inklusivität und Rechtssicherheit

Editorial image selected for the ki-regelmappe.ch article

Written by

in

Schweizer ss-Regel in der KI-Regulierung: Inklusivität und Rechtssicherheit

Schweizer ss-Regel in der KI-Regulierung: Inklusivität und Rechtssicherheit

Warum Genderbezeichnungen in KI-Systemen reguliert sind

Die Schweizer Regulierung von KI-Systemen behandelt Sprachlichkeit und Genderbezeichnungen nicht als rein stilistische Fragen, sondern als Datenschutz- und Rechtssicherheitsfragen. Wenn ein KI-System generiert oder verarbeitet, müssen Unternehmen dokumentieren, ob Genderbezeichnungen im Output vorhanden sind und ob sie konform mit Schweizer Datenschutz- und Arbeitsrecht sind.

Das neue Schweizer Datenschutzgesetz (DSG 2024) und die geplante Harmonisierung mit der EU AI Act stellen klare Anforderungen: Alle Ausgaben von KI-Systemen müssen dokumentiert und überprüfbar sein. Das gilt besonders für Sprachmodelle, die in Rekrutierung, Personalverwaltung oder Kundeninteraktion eingesetzt werden.

Die Schweizer ss-Regel: Gendern ohne Sondersymbole

Die Schweizer Regelschreibung für inklusive Sprache nutzt die ss-Regel, nicht den Genderstern oder Unterstrich. Die ss-Regel bedeutet:

  • Mitarbeiternin und Mitarbeitner (statt Mitarbeiter*in oder Mitarbeiter_in)
  • Kandidatinnen und Kandidaten (statt Kandidaten*innen)
  • Geschäftsführerin und Geschäftsführer

Diese Form ist nach dem Bundesrat und dem Eidgenössischen Büro für Sprachenfragen (EBDS) die rechtskonform akzeptierte Variante für offizielle Schweizer Kommunikation. Genderstern (*) oder Unterstrich (_) sind technisch problematisch in Datenbanken, PDF-Generatoren und KI-Training-Korpora.

Beispiel: KI-Prompt-Registrierung mit Genderbezeichnung

Ein Unternehmen setzt ein KI-Sprachmodell zur Jobbeschreibung-Generierung ein. Der Standard-Prompt lautet:

Falsches Beispiel (nicht-konform):

Schreib eine Jobbeschreibung für eine Buchhalter*in bei einer Schweizer KMU.

Korrektes Beispiel (ss-Regel):

Schreib eine Jobbeschreibung für eine Buchhalterin und einen Buchhalter bei einer Schweizer KMU. Die Sprache soll inklusive sein und beide Geschlechter nennen.

Im Regelmappe-Register muss das Unternehmen dokumentieren: „KI-System X nutzt Prompt-Template Y, das ss-Regel für Genderbezeichnungen vorschreibt. Output-Samples wurden überprüft: [Link zu Beweis].”

Rechtssicherheit: EDÖB, DSG 2024 und AI Act

Datenschutzbeauftragter (EDÖB): Der EDÖB hat explizit darauf hingewiesen, dass KI-Systeme, die Personengruppen beschreiben, keine diskriminierenden oder unklaren Kategorisierungen enthalten dürfen. Genderbezeichnungen sind Teil dieser Klarheit.

Schweizer DSG 2024 (Artikel 22 – Sicherheit): Unternehmen müssen geeignete technische und organisatorische Massnahmen treffen, um sicherzustellen, dass KI-Output sicher und dokumentiert ist. Das umfasst sprachliche Konsistenz und Richtlinien-Einhaltung.

EU AI Act (relevant für Schweizer Unternehmen mit EU-Kundschaft): Der AI Act verpflichtet zu Transparenz über KI-Output-Charakteristiken. Genderbezeichnungen zählen dazu.

Dokumentationspflicht: Welche KI-Systeme brauchen Genderbezeichnungs-Register?

Nicht alle KI-Systeme müssen Genderbezeichnungen registrieren. Die Faustregel:

  • JA: Text-KI, die Personenbeschreibungen generieren (Jobbeschreibungen, Referenzen, Interviews, CV-Analyse)
  • JA: KI in Rekrutierung, HR, Personalverwaltung
  • JA: Kundenservice-Chatbots, die Personengruppen erwähnen
  • NEIN: Reine Datenanalyse ohne Textgenerierung
  • NEIN: Bild-KI ohne Personenbeschreibungs-Output

Für jedes JA-System muss im Register dokumentiert sein:

  • Verwendetes KI-Modell und Version
  • Prompt-Template mit Genderbezeichnungs-Richtlinie
  • Output-Samples (mit Redaktion von Kundendaten)
  • Letzter Audit-Datum
  • Konformität: ss-Regel ja/nein

Externes Register als Best Practice

Die Schweizer KI-Regelmappe (KRM) bietet ein standardisiertes Register für diese Dokumentation. Unternehmen können ihre KI-Genderbezeichnungs-Policy dort eintragen und regelmässig aktualisieren.

Nächste Schritte: KI-Genderbezeichnungs-Audit

Ein KI-Genderbezeichnungs-Audit umfasst:

  • Schritt 1: Inventar aller Text-KI-Systeme im Unternehmen
  • Schritt 2: Output-Samples generieren und prüfen
  • Schritt 3: Prompt-Templates überprüfen und anpassen (ss-Regel)
  • Schritt 4: Dokumentation im KRM-Register eintragen
  • Schritt 5: Regelmässige Aktualisierung (mind. halbjährlich)

Quellen und Referenzen

Dokumentations-Checkliste für Ihr Unternehmen:

  • ☐ KI-Genderbezeichnungs-Policy dokumentiert
  • ☐ Alle Text-KI-Systeme inventarisiert
  • ☐ Prompts mit ss-Regel angepasst
  • ☐ Output-Samples geprüft und archiviert
  • ☐ KRM-Register-Eintrag erstellt
  • ☐ Audit-Datum dokumentiert

KI-Regelmappe Starter-Paket: Laden Sie unsere kostenlosen ss-Regel-Audit-Vorlage herunter und starten Sie mit einer klaren Dokumentation Ihrer KI-Genderbezeichnungen. Kein Risiko, vollständig kostenlos.

Nächster sinnvoller Schritt

Wenn die Regeln stehen: den ersten Büroprozess mit KI sauber umsetzen

Die KI-Regelmappe klärt Regeln, Rollen und Nachweise. Danach entsteht Nutzen dort, wo Büroarbeit jede Woche Zeit kostet: Kundenmails, Offerten, Protokolle, Rechnungen oder interne Standards.

Büro-KI-Check starten

Der Büro-KI-Check ist aktuell auf Schweizer KMU optimiert und als praktischer Einstieg gedacht.